Freiwilligenagentur Haren

Seniorenbegleiter im Emsland: Gemeinsam statt einsam

Von Hermann-Josef Mammes

Gemeinsam puzzeln sie auch Erika Damhuis (links) und Maria Book. Foto: Hermann-Josef MammesGemeinsam puzzeln sie auch Erika Damhuis (links) und Maria Book
. Foto: Hermann-Josef Mammes
 

Haren. „Ich schenke Ihr einfach ein Stück meiner Zeit.“ Mit dieser Aussage der Emsländerin Erika Damhuis lässt sich das Projekt „DUO-Seniorenbegleiter“ des Emslandes vortrefflich umschreiben.

Erika Damhuis ist 59 Jahre alt. Sie hilft seit gut einem Jahr der 87-jährigen Maria Book dabei, den Alltag besser zu meistern. Bis auf die Fahrtkosten arbeitet die Emsländerin ehrenamtlich.

20-stündiges Praktikum

„In der Zeitung habe ich einen Artikel über das Projekt gelesen und mich für einen Kurs angemeldet“, sagt Damhuis. DUO steht unter dem Oberthema „gemeinsam statt einsam.“ Über ein 50-stündiges Unterrichtsprogramm sowie ein 20-stündiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung erlernte die 59-Jährige die zusätzlichen Kenntnisse im Umgang mit älteren Menschen. Dabei sollen die Seniorenbegleiter dafür sorgen, dass die älteren Menschen aktiv bleiben. Oft reicht es oft schon aus, als Gesprächspartner da zu sein.

Viel Zeit

Maria Book ist oft allein. Sie vertreibt sich dann die Zeit mit dem Lesen der Tageszeitung, Fernsehen aber auch mit Puzzeln. „1000 Teile-Puzzles sind für mich kein Problem“, sagt die 87-jährige Emsländerin. Nicht selten setzt sie das Bild mehrfach hintereinander immer wieder aufs Neue zusammen. „Ich habe ja Zeit.“

Kleine Hilfestellungen

Einmal in der Woche schaut morgens Erika Damhuis vorbei. Mehrere Stunden verbringen die beiden Frauen dann miteinander. Oftmals müssen wichtige Besorgungen erledigt werden. Einkaufen, Grabpflege und Arztbesuche gehören dazu. Es gibt aber Ausnahmen, da fährt Damhuis die 87-jährige häufiger. „Ich musste plötzlich täglich zur Akupunktur, und die Nachbarin muss morgens arbeiten“, so Maria Book. Damhuis half aus.

Tolles Verhältnis

Nach den Besorgungen gibt es „als festes Ritual zum Abschluss immer eine Tasse Kaffee“. Maria Book ist dankbar für ihre Begleiterin: „Man muss nicht immer andere fragen.“ Erika Damhuis sagt: „Es bereitet mir viel Spaß und Freude.“ Es gebe ihr auch persönlich viel. Dabei sagen die beiden unisono: „Wir verstehen uns prima."

 

Quelle: Meppener Tagespost vom 02.08.2017 online